Jörg zu Dohna

Das Marktanreizprogramm in Rechenbeispielen – Erdwärmeanlagen werden günstiger denn je

22 April 2015 von Jörg zu Dohna

Mit den neuen Regelungen des Marktanreizprogramms (MAP) ab 1. April 2015 will der Staat die Umstellung auf regenerative Heizungssysteme vorantreiben. Insbesondere erdgekoppelte Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern profitieren von der massiven Anhebung der Fördersätze.

Innovationsförderung macht Wärmepumpen auch im Neubau förderfähig

 

Bisher gab es eine MAP-Förderung nur für Bestandsgebäude. Über die sog. Innovationsförderung werden nun auch Wärmepumpen im Neubau förderfähig. Allerdings gelten hier strengere Kriterien für die Verlegung von Erdwärmesonden: BAFA und KfW verlangen ein nach DVGW W 120-2 zertifiziertes Bohrunternehmen mit einer verschuldensunabhängigen Versicherung.

Die Innovationsförderung stellt zudem auf die Anlagen-Effizienz ab. Als Indikator der Anlagen-Effizienz kommt der Jahresarbeitszahl (JAZ) eine große Bedeutung zu. So wird die neue Innovationsförderung nur Anlagen gewährt, die eine JAZ ≥ 4,5 aufweisen. Da für Wärmepumpen im Neubau keine Basisförderung vorgesehen ist, sollten hier unbedingt Anlagen mit einer hohen JAZ gewählt werden.

Rechenbeispiel (Neubau): Installation einer Sole/Wasser-Wärmepumpe (15 kW, JAZ 4.5, SG-Ready-fähig) mit Erdwärme-Sonden in einem Neubau.

 

  1. Basisförderung: keine, da Neubau
  2. Innovationsförderung für hohe JAZ (≥4,5): 4.500 EUR
  3. Lastmanagement-Bonus für Pufferspeicher (500 L): 500 EUR
  4. Optimierungsbonus für Niedertemperaturheizkörper (4.000 EUR Kosten): 400 EUR

Insgesamt: 5.400 EUR

Optimierungsmaßnahmen werden bezuschusst

 

Zur Qualitätssicherung sowohl im Bestand als auch im Neubau werden im neuen MAP nun auch Optimierungsmaßnahmen der Heizanlage bezuschusst, die auf das Erreichen einer hohen Jahresarbeitszahl (JAZ) abzielen. Gefördert wird mit max. 10% der Investitionskosten und max. 50% der jeweiligen Basisförderung.

Beispielsweise ist die Durchführung eines Qualitätschecks nach dem ersten Betriebsjahr verpflichtend. Die tatsächliche JAZ wird mit der errechneten JAZ verglichen, wobei geringe Abweichungen unvermeidbar sind. Bei signifikantem Unterschreiten der berechneten JAZ sollten jedoch weitere Optimierungsmaßnahmen hinzugezogen werden. Der Qualitätscheck wird mit maximal 250 EUR gefördert.

 

Im Zusammenhang mit der Optimierung wird die Bedeutung eines präzisen und zuverlässigen Monitorings deutlich: Die Überwachung der Anlage mittels eines intelligenten Systems gewährleistet nicht nur den konstant optimalen Betrieb der Anlage, sondern erleichtert auch die Nachweisführung zur Sicherung der Fördermittel.

Für Bestandsgebäude können Sanierungsmaßnahmen empfehlenswert sein. Gefördert werden Gebäudehüllen, die dem KfW-Energieeffizienzhaus 55 entsprechen.

Rechenbeispiel (Bestand): Ersatz einer Öl-/Gas-Heizung (20 Jahre) durch Sole/Wasser-Wärmepumpe (15 kW, JAZ 4.5, SG-Ready-fähig) mit Erdwärme-Sonden.

 

  1. Basisförderung: 4.500 EUR
  2. Innovationsförderung für hohe JAZ (≥4,5): 2.250 EUR
  3. Lastmanagement-Bonus für Pufferspeicher (500 L): 500 EUR
  4. Optimierungsbonus für Niedertemperaturheizkörper (4.000 EUR Kosten): 400 EUR

Insgesamt: 7.650 EUR

Effizienz-Bonus für KfW-55 Häuser

Bei Einbau der Wärmepumpe in ein Gebäude, das den Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses 55 (KfW-Programme 151/152) erfüllt, sieht das MAP eine zusätzlich Förderung in Höhe von 50% der Basisförderung vor. Die Gebäude-Effizienz ist durch einen Energiebedarfsausweis nach Energieeinsparverordnung (EnEV) nachzuweisen. Der Effizienzbonus gilt allerdings nur für Wohngebäude im Bestand.

Rechenbeispiel (Bestand, Effizienzhaus): Ersatz einer Öl-/Gas-Heizung (20 Jahre) durch Sole/Wasser-Wärmepumpe (15 kW, JAZ 4.5, SG-Ready-fähig) mit Erdwärme-Sonden in einem KfW-Effizienzhaus 55.

  1. Basisförderung: 4.500 EUR
  2. Innovationsförderung für hohe JAZ (≥4,5): 2.250 EUR
  3. Lastmanagement-Bonus für Pufferspeicher (500 L): 500 EUR
  4. Optimierungsbonus für Niedertemperaturheizkörper (4.000 EUR Kosten): 400 EUR
  5. Effizienzbonus: 2.250 EUR

Insgesamt: 9.900 EUR

Berechnungen des Branchenverbandes Wärmepumpe (BWP) zufolge, wird die derzeit gängige Kombination aus fossiler Brennwertheizung und Solarthermie zur Trinkwassererwärmung die verschärften Bedingungen der EnEV 2016 nicht mehr erfüllen. Häuser mit elektrischen Wärmepumpen hingegen genügen schon jetzt den strengeren Anforderungen der EnEV 2016.