Dr. Andreas Detig

Dänemark verbietet Installation von Öl- und Gas-Heizungen

21 October 2014 von Dr. Andreas Detig

Während man in Deutschland noch über den Atomausstieg debattiert, steuert Dänemark mit voller Kraft in die Energiewende. Denn dort sind seit Anfang 2013 Öl- und Gasheizungen in Neubauten verboten. Ab 2016 betrifft dies auch Ölheizungen in Bestandsbauten.

Ausgenommen von der Pflicht erneuerbare Energien einzusetzen sind nur Haushalte die nicht ans Fernwärme- oder Gasnetz angeschlossen sind. Rund die Hälfte aller Gebäude werden in Dänemark bereits mit Fernwärme beheizt. Jedoch heizen auch rund 27 Prozent der Dänen noch mit Gas oder Öl.

Staatliche Förderung
In Dänemark sind Heizsysteme mit Wärmepumpen von der “Versorungssicherheitsgebühr” befreit. Zudem fördert die dänische Regierung den Umstieg auf erneuerbare Energien mit einem Zuschuss für Eigenheimbesitzer. Das ehrgeizige Ziel des europäischen Klimaschutz-Vorreiters: Bis 2020 plant die dänische Regierung den Energieverbrauch des Landes zu 33 Prozent (derzeit rund 24 Prozent) aus erneuerbaren Energien zu decken. Weitere 50 Prozent des Energiebedarfs soll die Windenergie liefern.

Erfolg der Wärmepumpe
In Deutschland gibt es bisher kein Verbot für Öl- und Gas-Heizungen. Jedoch müssen beispielsweise in Baden-Württemberg seit 2008 bei Bestandsgebäuden zumindest anteilig erneuerbare Energien miteinbezogen werden, wenn die Heizkesselanlage getauscht wird. Das europaweite ErP-Labeling für Heizkessel könnte noch vor 2020 den Einsatz von Brennwert-Kesseln ohne regenerative Zusatztechnologien verbieten.

Ob die dänische Strategie auch für Deutschland geeignet ist, wird sich zeigen. Die Tendenz, fossile Heizanlagen durch Wärmepumpen zu ersetzen, ist anhand der gestiegenen Absatzzahlen jedenfalls auch in Deutschland zu beobachten.